Diesen Artikel habe ich im Internet gefunden und da dieser vorher schon in einer Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, wird der Verfasser sicherlich nichts dagegen haben, ihn bei mir zu finden.

Mein Kommentar:

Dieser Artikel spricht mir als Züchter aus dem Herzen, leider habe auch ich, alle diese Erfahrungen, genauso machen müssen! Mit einem Hundesalon Selbstständig, habe ich mich gemacht, weil mir in einem anderen Job mit festen Arbeitszeiten, nie genug Zeit für meine Hunde geblieben wäre. Aber um meine Hundezucht aufrecht zu erhalten, muss zusätzliches Geld reinkommen. Für uns selbst und  irgendwelche Aktivitäten außerhalb unserer Hundezucht, bleibt keine Zeit, kein Geld und Urlaub geht gar nicht. Unsere Hunde sind unser Leben und füllen dieses auch 24 Std. täglich aus. Nach unserem Umzug, geht natürlich alles Geld wieder in den Umbau der Hunderäume und der Ausläufe. Alles muss Fachgerecht und den Vorschriften entsprechend sein. Hier gibt es so viele Vorschriften, die sich ein Einzelhundebesitzer gar nicht vorstellen kann. Die ich als Züchter, manchmal auch nicht nachvollziehen kann. Wir sind in ein bedeutend kleineres Haus gezogen, weil wir für uns nicht mehr soviel Platz brauchen. Im Gegensatz dazu, brauchten wir aber mehr Nebengebäude um genügend Platz für unsere Hunde zu haben, von denen die meisten eigentlich mit uns im Haus leben. Ein großer Garten für den täglichen Auslauf musste natürlich auch da sein. Und es ist in einem Gewerbegebiet, in dem niemand sich über Hundegebell aufregt.

Manchmal wünsche ich mir schon mein Leben in einer 3 1/2  Zimmer Wohnung zurück, mit zwei Yorkshire Terriern, mit denen alles angefangen hat. Aber ich möchte mich von meinen Hunden nicht trennen und lebe darum nur für und mit meinen Hunden, dass ist das Schicksal eines Züchters. Aber keine Klagen, ich habe mir das so ausgesucht und muss jetzt damit klar kommen. Reich werde ich Jedenfalls nicht, eigentlich reicht das Geld, hinten und vorne nicht, aber ich kann mit unseren Welpen, vielen Menschen eine große Freude bereiten und einen Freund fürs Leben geben und das ist doch schon was Wert.

Mein Leitspruch im Leben:

Immer wenn du denkst es geht nicht mehr,

kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

 

Hier der Artikel, der mich so bewegt und über alles hat nachdenken lassen:

 

Der Züchter und das liebe Geld

Grau ist alle Theorie

Wer kennt ihn nicht, den Spruch: Züchter wollen nur Kohle machen. Die verdienen doch genug mit dem Verkauf ihrer Hunde, bei den Preisen? Die Medien sind voll davon, von journalistisch theroretischem Kalkül, nachgefaselt in der Bevölkerung, alles was mit Hundezucht zu tun hat, ist schon mal suspekt, denn wo Geld im Spiel ist, muss etwas verdächtig sein. Das ist in der Welt da draußen nicht anders als in der Szene selbst. Auch hier rechnen Kritiker geflink Anzahl der Würfe x Welpenkaufpreis zusammen und finden es bestätigt: Die Züchter müssen sich ja eine goldene Nase verdienen. Wenn von Züchtern gesprochen wird, dann sind auch solche gemeint: seriöse Menschen, die aus Liebe zu ihren Tieren einer Beschäftigung frönen, die ein Zuchtziel verfolgen und die alles in ihre Tiere stecken. Jeder kluge Züchter, ob nun Pferde, Rinder, Hunde, Katzen, Vögel oder Karpfen weiss, dass nur etwas herauskommt, wenn man zuvor genug hineingesteckt hat. Das aber scheint bei der Meinungsmache und vorschnell gewählten Verurteilung der Züchter schlechthin gänzlich unterzugehen. Und offensichtlich sind da selbst die vielen Theoretiker in den Vereinen, die “normalen” Hundehalter und selbst einige Züchter untereinander, die es besser wissen müssten, nicht fein, dem anderen Profitgier zu unterstellen. Denn diese Schiene zu fahren wirkt immer. Das versteht sogar der Dümmste. Und es ist eine scheinbar legitime Art Neid und Mißgunst zu verspritzen….

Liegen Windhundzüchter, die ja bekanntlich für einen kleinen Liebhaberkreis züchten und keine Rassen, die in Mode sind, mit ihren Welpenpreisen richtig? Diese Frage hatte sich schon Dr. Willimzik in seinem Artikel gestellt. Hierin wird aber versucht allen Seiten gerecht zu werden, denen des Käufers und des VDHs und letztendlich des Züchters. Und vor allem wird der Begriff Gewinnstreben oder Gewinnoptimierung als dem Status des Liebhaberzüchters klar widerstrebend dargestellt. Meine Intension liegt ausschließlich bei den Züchtern, denjenigen, die auch die Arbeit leisten und die Interessen des VDHs stehen auf einem ganz anderen Blatt.

Kennt man die Praxis und viele, viele Züchter, dann sieht die Sache ganz, ganz anders aus. Von Gewinnstreben kann überhaupt nicht die Rede sein. Wieviele Züchter machen nichts anderes, als von den Einnahmen aus dem Welpenverkauf Löcher zu stopfen? Wieviele Züchter verzichten selbst auf alles, nur damit es ihren Hunden und Welpen an nichts mangelt? Fragt man die Züchter nach ihren Kosten, dann zucken sie nur die Achseln. Mal ehrlich, wer davon rechnet wirklich nach?

Die Kosten werden nämlich ganz einfach verdrängt. Wäre es nicht so, würden viele längst die Zucht aufgegeben haben, weil rationale, wirtschaftliche Beweggründe dem entgegenstehen. Also verschließen die meisten Züchter hier ihre Augen und fangen gar nicht erst an nachzurechen.

Und kaum ist ein Wurf aus dem Haus, wird das keineswegs “leichtverdiente” Geld sofort investiert: in ein größeres, besseres Ambiente für die Hunde, in eine neue unverhältnismäßig teure Auswahl eines neuen Importhundes, in eine viel zu aufwendige und kostenexpandierende, risikoreiche Verpaarung, in neue Ausstellungsbesuche oder mal ein Rennen, dass mehr als 800 km weit entfernt veranstaltet wird, in neues Zubehör für die Hunde, Ersatz von zu Bruch gegangenen Einrichtungsgegenständen, in neue Hundebetten, Welpenanlage, in Erleichterungen für Futterlagerung und Pflege, neue Umzäunung, mal wieder der Reparatur der Grünflächen… und und und.

Und dann passiert ein Unfall und unerwartet kommen hohe Tierarztkosten auf den Züchter zu und schon ist er wieder in den roten Zahlen. Aber die Unterhaltskosten laufen weiter. Und so hangelt er sich von Wurf zu Wurf. Das ist die andere Seite der Medaille. Wer als Züchter nicht das Glück hat im ererbten Geld zu schwimmen, wer keinen Partner hat, der bereit ist, für das Hobby seines Lebensgefährten oder seiner Frau, sein im Büro oder Geschäft hartverdientes Geld vor die Hunde zu werfen, der muss von einem normalen bis guten Einkommen nicht nur leben, sondern auch noch die Hundehaltung und -zucht bestreiten. In der Regel muss er aber auch genug Zeit zur Verfügung haben, um sich seinem Hundebestand zu widmen und das geht von der Arbeitszeit ab. Also bleibt vielen Züchtern gar nichts anderes übrig, als mit einer Halbtagsstelle zufrieden zu sein und die Hundehaltung und das Hobby selbsttragend zu gestalten. Sprich: Was die Hunde kosten, muss durch die Welpen (wenigstens teilweise) wieder hereinkommen. Wehe aber die Planung geht nicht auf. Hunde sind keine Antiquitäten, die man entstaubt, die aber ansonsten ohne weitere Beachtung im Wert steigen. Es sind Lebewesen, die alt und krank werden, die gebissen werden können oder sich auf Spaziergängen verletzen. Sie können auch urplötzlich durch einen Unfall zu Tode kommen. Nichts ist sicher, nichts ist planbar..

Anfang des Jahres erzählte mir eine Züchterin, dass sie sich eine tolle Hündin aus den USA gekauft hätte. Viel zu teuer, natürlich, aber sie ist es wert, denn sie wäre genau das Mosaiksteinchen, das ihr in ihrer Zuchtplanung fehlte. Diese tolle Hündin wurde dann von einem ebenso tollen Rüden gedeckt, der im entferntesten Teil Europas stand. Allein die anfälligen Reise- und Deckkosten betrugen ein kleines Vermögen und dann…ja dann hatte die Hündin einen Kaiserschnitt und nur einen Welpen. Jeder normale Geschäftsmann würde dazu sagen: Was sich nicht amortisiert, ist ein Konkursunternehmen. Aber Züchter sind halt keine Geschäftsleute. Sie züchten mit dem Herzen und sie verfolgen ideelle Ziele und niemals machen sie eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf.

Motivation kommt aus dem Bauch

Hundezüchter wird man auch nicht, weil man Geld im Überfluss hat und sich nun mal nach einem lustigen Hobby umsieht. Hundezucht macht Arbeit, Dreck und Mühe. Hundezucht kostet Schweiß und Tränen, Kraft und Nerven. Das ist nicht wie Golfspielen in schicken Klamotten auf feinem Grün, wo man nur eigene Fehler machen kann. Hundezüchter wird man aus Passion zu seiner Rasse. Als Hundezüchter ist man von vielen äußeren Faktoren abhängig, die man nicht beeinflussen kann. Das fängt mit dem Haus und Garten an und endet meist schon am Nachbarszaun. Die meisten Beschwerden hundefeindlicher Nachbarn haben schon manchen Züchter nicht nur in die Verzweiflung sondern in den finanziellen Ruin getrieben. Ein Pärchen hatte Haus und Grundstück gekauft und alle erforderlichen Genehmigungen durch die Behörden und den Amtsveterinär. Dennoch haben Nachbarn es geschafft, die offensichtlich in ihrer Wohngegend die beiden wirklich ordentlichen Herren nicht dulden wollten, dass die Hundezucht verboten wurde. Hundezüchter sind emotional erpressbar, das weiß inzwischen jeder. Und da muss es lange nicht um die Hunde gehen. Sie sind nur der Vorwand und es ist ein leichtes, den unerwünschten Nachbarn wieder loszuwerden. Auch Eigentum ist da nicht sicher und wer zur Miete wohnt, ist noch schlimmer dran. Etliche Hundezüchter haben eine ganze Odysee durch Deutschland antreten müssen, nur um einen geeigneten Platz für sich und die Hunde zu finden. Wette auch darüber haben sich die wenigsten je Gedanken gemacht, die so auf die Einnahmen der Züchter neidisch sind.

Dann kommen die Zuchtbestimmungen in unserem Land hinzu, die vor jeder “Betreibung” einer Zuchtstätte den Zuchtwarten erlaubt, das Haus vom Keller bis zum Dach, vom Schlafzimmer bis zum letzten Gartenzipfel zu kontrollieren. Um die Mindesthaltungsbedinungen, wie es so schön heisst, zu erfüllen, muss der Züchter etliche und auch nicht gerade kostengünstige Veränderungen vornehmen, An- oder Umbauten und Welpenzwingeranlagen erstellen (lassen) ggf. die Fenster vergrößern, damit genug Licht einfällt, den Boden fliesen lassen, Heizungen einbauen, den Zaun verändern usw. usf. Und dann kann es dem geneigten Züchter passieren, dass die Zuchtstätte dennoch aus der subjektiven Ansicht nach nicht gefällt. Mal ist der Welpenauslauf zu groß, mal zu klein, mal zu steil, mal zu weit ab, mal zu nah am Verkehr, mal zu schattig, mal zu sonnig. Neue Kosten, neue Arbeit. Man will ja schließlich das Beste für seine Welpen. Auch die anderen, erwachsenen Hunde werden inspiziert sowie deren Unterbringung und Allgemeinzustand. Wie ist die Betreuung der Hunde geregelt? Wieviele Hunde und wieviel Betreuungspersonen? Welche Rassen werden noch gehalten? Wie alt sind die Hunde? Merke: Bis zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht ein einziger Wurf gefallen.

Die Kosten aber summieren sich: Versicherungen, Vereinsbeitrag, Zwingerschutz, Zwingerabnahme, Fahrgeld für den Zuchtwart, An- und Umbauten, Welpenzwinger, ggf. großer Zwinger, möglichst alles vom Feinsten, damit man einen guten Eindruck hinterläßt und ein Aushängeschild für den Verein ist. Hierbei darf nicht gespart werden, auch wenn die Einstiegskosten schon einige Monate des Ausgleichs bedürfen und erst mal wieder “herein” kommen müssen. Das mag man nun drehen und wenden wie man will. Fakt ist ein Loch in der Kasse und das vergrößert sich schneller als einem lieb ist. Es kommen die notwendigen Besuche von Veranstaltungen hinzu. Jeder Züchter möchte mit dem Besten züchten, sonst würde sich Zucht an sich adabsurdum führen. Also müssen die Zuchttiere schon ein paar Erfolge verbuchen können. Die Meldegelder und Reisekosten verschlingen den Großteil der Ersparnisse, selbstverständlich ist auch die optimale Ernährung, denn alle Schönheit und Gesundheit geht nun mal zum Maul hinein und beste tierärztliche Betreuung. Hinzu kommen ggf. Erwerb einer neues Zuchthündin, die Zuchttauglichkeitsuntersuchungen, Ankörungen, DNA-Tests, Hundepäße und Deckkosten, Reisekosten und Aufzuchtskosten, Chippen, Impfungen, Wurmkuren, Ahnentafeln, Wurfabnahmen, Werbekosten usw.

Jeder ordentliche Züchter muss einige Hunde als Stammhunde behalten. Diese werden älter und fallen nach 8 Jahren aus der Zucht. Damit sind sie (zum Glück) aber nicht weg, sondern leben in der Regel noch weitere 5-8 Jahre. Sie müssen genauso gut und ggf. besonders gefüttert, versorgt und betreut weren, einige werden im Alter krank und bedürfen gesonderte tierärztliche Versorgung. Jungtiere müssen behalten und wiederum auf den Weg gebracht werden. Wenn alles gut geht und nichts passiert, alle Hunde gesund bleiben und nur mit gelegentlichen Verletzungen leben, dann kann der Züchter froh sein, wenn er durch seine Würfe die Kosten gerade mal deckt. Das ist vom Chihuahua bis zur Deutschen Dogge nicht anders.

Emotionale Erpressbarkeit

Je erfolgreicher nun ein Züchter ist, umso größer wird die Nachfrage nach seinen Welpen. Das wiederum hat zur Folge, dass der Züchter auch genug Zuchthündinnen behalten oder kaufen muss, um wenigstens im Jahr zwei Würfe ziehen zu können. Die Zuchtspanne ist relativ kurz. Einmal im Jahr darf eine Hündin belegt werden, d.h. wenn sie gesund und fit ist, könnte sie theoretisch in ihrem Leben maximal 7 Würfe haben oder aber die Zuchtordnung beschränkt die Anzahl der Würfe -wie z.B. im DWZRV auf vier.
In der Praxis werden pro Hündin durchschnittlich nur 3 bis 5 Würfe gezogen, sehr, sehr oft auch weniger. Das heißt, dass ein Züchter mindestens immer 3 Hündinnen im Zucht(bestimmungs-)fähigen Alter besitzen muss, um den Anschluss nicht zu verlieren. Nach spätestens 6 Jahren muss er sich Neues herangezogen haben, damit die vakante Stelle wieder besetzt ist. Schnell kommt er dann mit seinen Veteranen nach 11 Jahren schon auf eine stattliche Anzahl von 9 Hündinnen mindestens. Die Fütterung von 9 Hunden kostet allein je nach Rasse von 9,- bis 18,- € pro Tag, das sind im Jahr 3.285,- bzw. 6.570,-€. Rechnen wir einfach über den Daumen nur 20 Veranstaltungen pro Jahr, an denen der Züchter mit seinen Hunden teilnimmt, oft sind das jedoch wesentlich mehr, schließlich werden uns an die 70 Ausstellungen und genauso viele Renn- und Coursingveranstaltungen geboten. Und das schlägt noch mal zu Buche, denn nach oben ist alles offen.
Diese Kosten gehören direkt zur Zucht hinzu und dürfen m.E. keineswegs vom Tisch gewischt werden, was viele zwar gern tun, weil sie meinen sie nehmen mit ihren Hund auch teil ohne Züchter zu sein. Richtig: diese engagierten Windhundfreunde machen es aber freiwillig. Ein Züchter hingegen ist dazu verpflichtet, seine Nachzucht auch zu präsentieren. Würde er es nicht tun, dann wären schnell die bösen Zungen da, ihn einen Vermehrer zu nennen. Auch hier muss er manche Dinge tun, die er sich vielleicht gar nicht leisten kann. Wer einen gesunden Ehrgeiz hat, kommt eh nicht drum herum. Was würden ihm all seine tollen gezüchteten Hunde nützen, wenn die Welt davon nichts mitbekommt. Schließlich hat er eine Idee und die muss er auch zeigen. Und es ist auch ein Weg neue Besitzer für seine künftigen Welpen zu bekommen. Ohne Käufer hätte sich seine Zucht schnell von allein erledigt.

Jeder Mensch hat das Recht, für gute Arbeit einen angemessenen Lohn zu erhalten. Ein außenstehender kluger Mensch, der einiges über erfolgreiche Hundezüchter mitbekommen hat, die innerhalb von 40 Jahren eine Rasse aus dem Nichts an die Spitze gezüchtet hatten, fragte mich: “Es kann doch nicht möglich sein, dass Menschen, die ein Leben lang die Besten in ihrem Job waren, am Ende nicht einen Pfennig davon haben?” Gute Frage!

Wie ist es denn nun möglich? Wenn Züchter sich doch angeblich die Taschen füllen, kann hier etwas nicht stimmen. Oder ist es doch eher so, dass bei einer sorgfältigen seriösen Hundezucht nichts an großen Gewinnen rauskommt? Die unterschwellige Meinung in der Hundeszene ist: Wer sich einem Hobby verschreibt, darf nicht erwarten, dass ihm andere seinen Spaß bezahlen? Na ganz so spaßig ist es ja nicht. wie schon im Artikel Hundezucht - Hobby oder Profession zu lesen war. Viele Hundehalter und reine Theoretiker, die niemals im Leben je einen einzigen Wurf gezogen haben und Züchter nur von Besuchen mit drolligen Welpenkindern her kennen, meinen es ist alles so schön und mache doch nur Freude. Was wissen sie von den Hintergründen? Was kennen sie von den Ängsten und Sorgen, den Nöten und Entbehrungen? Eine designierte leider viel zu früh verstorbene erfolgreiche Cockerspaniel-Züchterin sagte mir, nachdem sie ihre Zucht aufgegeben hatte, dass die Lebensqualität eines aktiven Züchters gleich null ist. Mit ein paar Hunden könne man wenigsten noch verreisen oder sich ein zwei Tage Auszeit gönnen. Aber mit einem kompletten Bestand ist man mehr oder weniger rund um die Uhr ans Haus gefesselt. Und dort hat man nie seine Privatsphäre, weil Hundeleute dazu neigen sich nicht an Geschäftszeiten zu halten und die meisten Besuche zweckmäßigerweise an den Wochenenden stattfinden. Das alles weiß niemand, der die Sache nur von außen betrachtet. Man stelle sich vor, es handele sich um einen anderen Familienbetrieb, der ein Exlusivprodukt herstellt, das begehrt ist und nur von dieser Manufaktur hergestellt werden kann, sozusagen nach einem Geheimrezept. Würde nur ein einziger Mensch auf die Idee kommen, dem Chef vorzuwerfen, er würde damit Geld verdienen wollen?

Erfolge eines Züchters schlagen sich selten in barer Münze aus. Tatsächlich aber in Pokalen und Urkunden, die wiederum viel Geld an Meldegebühren und Fahrtkosten erfordern, bis sie überhaupt gewonnen werden können

Ein Züchter gibt etwas an die Gemeinschaft weiter und agiert nicht nur für sich in seinem Kämmerlein. Züchter geben den Menschen etwas, das in der Bedeutung mit Geld eh nicht aufzuwiegen ist. Sorgfältig aufgezogene und gut sozialisierte Welpen. Der Hund ist nicht nur der älteste Begleiter des Menschen, er ist zugleich ein Geschöpf des Menschen selbst. Und damit spiegelt er das weite Spektrum der komplexen menschlichen Gefühle wider und Hundehaltung ist nun einmal eine rein emotionale Angelegenheit und nicht selten sogar eine Notwendigkeit.
Hierzu möchte ich B.M.Levinson zitieren:”Der Fortschritt, den die Gesellschaft heute erlebt, fordert einen hohen Preis in überall sich steigernden psychischen Katastrophen. Früher lebten Familien in übersichtlichen, festgeformten Gemeinschaften, in allgemeingültigen Ordnungsprinzipien. Das Privat- und das Berufsleben waren überschaubar, Kinder konnten am Beispiel der Erwachsenen erleben, wie die Welt später auch für sie aussehen würde. Heute wachsen viele Kinder nahezu heimatlos auf. Das Leben der Erwachsenen ist für sie nicht mehr nachvollziehbar; sein Wert erscheint ihnen außerdem durch wohlgemeinte, kritische ‘Aufklärung’ fragwürdig. Das Zuhause hat sich, von einem Ort gemeinsamer Aktion und Kommunikation, in ein Dienstleistungs- und Konsumunternehmen verändert. Mit dem Erwachsenwerden ist nicht ein Verwachsen und Hineinwachsen in eine immer vertrauter werdende Welt verbunden; im Gegenteil wachsen Menschen heute in eine ihnen immer befremdender, feindlich erscheinende Welt hinein. Heute ist ein Hund in der Familie vielleicht das einzige, was Eltern und Kinder gemeinsam interessiert.. Ich sehe es selbst an vielen unserer Hundebesitzer und habe es am eigenen Leibe erfahren dürfen. Freundschaften, die nur durch und wegen der Hunde zustande gekommen sind…und die zudem über jahrzehntelang halten und weit über das gemeinsame Interesse am Hund reichen. Levinson fährt fort: “Vielfach kann ein ‘Liebesobjekt”, in der Gestalt eines Hundes, vielen Menschen helfen, ihre innere Balance wieder zu finden und ihre Fähigkeit, Kommunikation und Fürsorge zu geben und zu empfangen, wieder aufleben lassen. Es ist heute beweisbar, dass in vielen Familien ein Hund schon lange kein Luxus mehr ist, sondern eine Notwendigkeit!”

Zucht als soziale Interaktion

Aus dieser Sicht wäre auch die Hundezucht mehr als nur ein kleinkünstlerisches Hobby. Anders gefragt: leisten Hundezüchter so etwas wie Sozialarbeit? Wenn ich an die vielen familiären Kontakte denke, die sich durch einen Hund zwischen sehr vielen Züchtern und Besitzern ergeben haben, dann ist dieser Gedanke gar nicht so abwegig. Vielleicht ist das sogar der ausschlaggebende Punkt. Soziales Engagement wird in unserer Gesellschaft nie mit Geld entlohnt. Es wird vorausgesetzt, aber nicht adäquat bezahlt. Wir kennen heute zwar von allem den Preis, aber nicht den Wert. Und die meisten Hundezüchter schämen sich (oder sie tun so), einen Preis für ihre Welpen überhaupt öffentlich zu machen. Viele sagen, es sind doch meine “Kinder” und die kann ich doch nicht auspreisen. Das zeigt das innige Verhältnis der Züchter zu ihren Hunden, sicher etwas überspannt, aber welcher Künstler ist das nicht? Und sie haben natürlich recht, denn ein Hund ist nun mal kein Stück Porzellan, sondern ein Lebewesen. Züchter sind auf die Einnahmen angewiesen, um ihre laufenden Unterhaltskosten für die Hunde in einem erträglichen Maß zu halten und die Welpen haben natürlich auch ihren Preis. Aber man findet höchst selten in einer Anzeige, dass Welpen “zu verkaufen” sind, sie sind allerhöchstens abzugeben.

Die Furcht als “geschäftstüchtig” daher zu kommen ist groß. Dabei weiß jeder, der sich einen Rassehund von einem gutem Züchter kauft, dass die Hunde nicht umsonst zu haben sind. Jeder, der sein Herzblut, sein Wissen, seine Arbeitskraft und jede komplette freie Minute in seine Hunde investiert, muss auch das Recht haben für einen Welpen einen angemessenen Preis zu verlangen und zwar ohne dass ihm das negativ ausgelegt wird. Kein Züchter rekrutiert seine Kunden mit Gewehr im Anschlag an der Straße. Seinem Engagement und seinen Bemühungen zufolge macht er durch gute Arbeit auf sich aufmerksam. Von Nichts ist Nichts. Durch sein soziales Engagement auch seinen Welpenbesitzern gegenüber, bringt der seriöse Züchter sich ein. Er sagt, dass seine Verantwortung für seine gezüchteten Hunde niemals endet. Er hilft, wenn Not am Mann ist mit Rat und wenn möglich auch Tat. Wie viele Züchter haben in ihrem Besitzerkreis über Jahre dauerhafte Kontakte aufgebaut und dadurch sind Freundschaften entstanden, die weit über das Verhältnis Züchter-Käufer hinausgehen? Vielleicht macht auch das neidisch? In einer Zeit, in der so viele Menschen einsam sind und niemanden haben, mit dem sie mal ein Wort wechseln können, steht der Züchter als Beispiel für ein funktionierendes Modell für ein Miteinander in einer Art Vorbildfunktion. Er beweist täglich aufs Neue, dass er es versteht mit wildfremden Menschen Kontakte zu knüpfen, Verbindungen herzustellen und jederzeit ansprechbar ist. Hundezucht ist also ein 24-Stunden-Job und das 365 Tage im Jahr.

Rechnung neu aufmachen

Wo finden Sie heute einen 24-Stunden-Bereitschaftsjob, der nicht entlohnt wird? Bei einem Stundenlohn von nur 10 € würde sich dieser „Job“ mit 87.600 € jährlich als „Verdienstausfall“ rechnen. Woran wollen die Kritiker nun nach all dem hier gesagten die angebliche Profitgier erkennen? Daran dass ein Multichampion 200 € mehr Decktaxe kostet? Na Donnerwetter, was für ein Profit, nachdem das Zehnfache in seine Ausstellungskarriere investiert wurde, damit er überhaupt seine Titel zusammenbekommen konnte. Und wie oft deckt denn ein Rüde in seinem Leben? Bis auf ganz wenige Ausnahmeerscheinungen schaffen es doch höchstens 5% aller Champions überhaupt mal zur Zucht eingesetzt zu werden.

Mal ehrlich, selbst wenn sich der eine oder andere Züchter nachdem er einen Wurf Salukis oder Irish Wolfhounds gut verkauft hat, sich seine Terrasse überdachen lässt oder ein neues Auto anschafft, hat er sich das nicht im Schweiße seines Angesichts redlich verdient? Wieso muss er überhaupt in die Lage geraten, sich in irgendeiner Weise rechtfertigen zu müssen? Da kann jeder froh sein, der schon vor Beginn seiner Hundezucht betucht genug war, sonst würde man ihm den Jaguar oder den Wintergarten, den Swimmingpool oder das Wohnmobil neiden, weil er angeblich alles „mit der Hundezucht“ verdient hat. Das Thema Geld hat wohl in keiner „Zunft“ eine so ehrenrührige Bedeutung wie bei den Züchtern. Ich spreche hier nur von den ehrenhaften, seriösen Hundezüchtern natürlich und nicht von Hinterhofzuchten oder Vermehranstalten, die es ja in vielen, vor allem den gerade “populären Rassen” immer wieder gibt.

überarbeitet 25.3.2008

 

 

Diesen Artikel habe ich auf Anfrage des 1. Vorsitzenden des Club für alle Rassehund e.V.  für die Zeitschrift

 Dein Hund - Dein Freund

111.Folge 3. Quartal

Herausgeber : Internationale Kynologische Union e.V.

Verleger : Deutscher Rassehunde Club e.V.

geschrieben.

 Ich selber bin Mitglied  beim VRZ

(Vereinigte Rassehunde – Züchter e.V. )

 

Der Yorkshire – Terrier

 

Dieser Artikel soll ihnen nicht nur den Rassestandart des Yorkshire – Terriers nahe bringen, sondern auch mit Vorurteilen die in den Köpfen vieler Menschen stecken, aufräumen.

Der Rassestandart des Yorkshire –Terriers ist :

Körperbau : Vorder- und Hinterläufe sind gerade, sie sollten parallel gestellt und gut gewinkelt sein.

Seine Rückenlinie sollte waagerecht verlaufen,

der Hals sollte von ausreichender Länge sein um den Kopf stolz tragen zu können.

Kopf : Der Schädel sollte nicht übermäßig gerundet, aber auch nicht zu flach sein. Der Stop ( der Stop ist der Absatz von der Stirn zum

Nasenrücken ) sollte deutlich zu spüren sein. Die Fanglänge sollte kürzer sein als die Schädellänge, Pigmentierung von Nasenschwamm und Lidrändern sollten schwarz sein. Die Augen sollten dunkel, von mittlerer Größe sein, sie sollten nicht hervortreten. Die Ohren sollten klein, gut aufgerichtet, V- förmig, hochangesetzt und nicht zu weit auseinander sein. Er sollte ein gleichmäßiges Scherengebiss, möglichst vollzahnig ( 42 Zähne ) haben.

Haar : Die Haare sollten lang, glatt und ohne Wellen oder Locken sein. Die Textur sollte seidig und schwer sein, von der Nasenspitze bis zum Rutenansatz gescheitelt, ausgenommen das Schopfhaar. Die Farben sollten aus  dunklem Stahlblau und dreifach schattiertes Tan bestehen. Das dunkle Stahlblau erstreckt sich vom Hinterhauptbein bis zum Rutenansatz, keinesfalls vermischt mit falbfarbenem, bronzefarbenem oder dunklem Haar. Das Haarkleid an der Brust hat ein volles, helles Tan. Alle tanfarbenen Haare sind an der Wurzel dunkler als in der Mitte und werden zur Spitze hin noch heller.

Bewegungen : Er sollte sich harmonisch und kraftvoll bewegen. Vorder- und Hinterläufe sollten parallel nicht kreuzend oder lose in den Ellbogen gesetzt werden. Die Rückenlinie sollte auch in Bewegung gerade und fest sein.

Gewicht : Das Gewicht sollte 3,1 kg nicht überschreiten.

Rute : Die Rute darf seit dem 1. Juni 1998 nicht mehr kupiert sein und nun sollte die Rute mittellang und gut behaart sein, die Rute sollte sich ebenfalls Scheiteln und hoch erhoben getragen werden.

Rüden : Beim Rüden müssen zwei normal entwickelte Hoden vorhanden sein, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Das ist der Standart des Yorkshire – Terriers.

 

Biographische Information

 Bei der Entstehungsgeschichte ist man sich wohl nicht ganz einig. Was wohl auf jeden Fall stimmt, ist das die Entstehung des Yorkshire Terrier wie der Name bereits sagt in der gleichnamigen Grafschaft Yorkshire in der Mitte des 19. Jahrhunderts, in den Steinkohlegruben begann.

Einige der Ahnen des Yorkshire sind die Rassen, Paisley, Clydesdale, Waterside, Scottisch und Manchester Terrier, sie alle trugen zur Entstehung des Yorkshire Terriers bei. Alle guten Eigenschaften der Rassen sollten sich in dem neuen Hund vereinigen und es scheint, als sei dies so erfolgreich gewesen, dass viele der Gründungsrassen von der Neuzüchtung verdrängt wurden und Ausgestorben sind. Der erste Yorkshire Terrier wurde 1874 im British Kennel Club Stud Book ( Zuchtbuch des Englischen Hundezuchtverbandes ) registriert. Nur kurze Zeit später, 1886 wurden die Yorkies von diesem Verband erstmals als eigenständige Rasse anerkannt.

 

Nun aber zu dem was mir am Herzen liegt !

Der Yorkshire Terrier hat bis zum heutigen Tage immer noch den Ruf ein Wadenbeißendes, kläffendes, Schosshündchen zu sein und hier möchte ich doch mal meinen Teil dazu beitragen, etwas Aufklärung zu leisten.

Ein Yorkshire Terrier ist ein Temperamentsbündel , dass im Welpenalter in die richtigen Bahnen gelenkt werden muss. Er kläfft nicht, wenn er nicht durch seine Besitzer dazu ermutigt wird. Viele Welpenbesitzer machen den Fehler, ihren Welpen beim spielen zum Bellen zu ermutigen, weil das Bellen eines Welpen ja so süß ist. Aber das ist schon der erste Schritt einen Kläffer zu erziehen. Das Spiel sollte sofort gestoppt werden wenn der Welpe zu lautstark kläfft und erst fortgesetzt werden wenn er aufhört, denn nur dann lernt er das er uns mit seinem Bellen keine Freude bereitet. Jeder Welpe knabbert gerne an Schuhen, Fingern und allem was er so findet, auch hier gilt, ihm frühzeitig seine Grenzen zu setzen. Der Welpe muss lernen das er nicht in alles hinein beißen darf. Mit dieser frühzeitigen Erziehung, dazu nicht zu beißen und einer Entwicklung in der er keine Angst vor Fremden bekommt, wird er sich auch nicht als Wadenbeißer entpuppen. Nun zum Thema Schosshündchen, man sollte nie vergessen das in einem noch so kleinem Yorki, immer ein Terrier steckt ! Lassen sie ihren Welpen laufen, er wird es ihnen danken. Er hat eine Wahnsinns Ausdauer, die er ihnen nur beweisen kann, wenn er nicht ständig getragen wird. Ein Yorkshire Welpe sollte auch nicht ständig auf dem Schoss sitzen, denn dort kann er seine natürliche Neugierde nicht stillen. Ganz wichtig, füttern sie ihren Hund nie vom Tisch, denn für einen Yorki heißt einmal, immer. Fütterung vom Tisch fördert in keinem Fall die Gesundheit ihres Hundes. Wenn sie das alles beherzigen, werden sie einen gesunden Yorkshire Terrier, bis ins hohe alter haben !

Nun hoffe ich noch, dass nicht nur Hundebesitzer und die, die es mal werden möchten diesen Artikel lesen, sondern auch alle die, die Verantwortung bei Ausstellungen tragen. Denn an die Ausstellungsleiter und Richter habe ich auch ein Anliegen, es geht mir dabei um die Entwickelung eines Yorkshire Terriers der an Ausstellungen teil nimmt. Zwei meiner zukünftigen Deckrüden sind hier betroffen, es sind eigentlich noch unbeschwerte Welpen, die gerne spielen und tollen. Seit sie nun an den Ausstellungen teil nehmen, muss ich ihren Tatendrang ständig bremsen, denn sie müssen bodenlanges Fell bekommen. Um ihre Haarspitzen zu schützen muss ich sie wickeln, dann können sie natürlich nicht wie meine anderen Yorkshire den ganzen Tag im Auslauf umher tollen. Das alles tut mir in der Seele weh. Aber meinen beiden geht es glaube ich noch relativ gut, weil ich Ihnen immer noch einen möglichst großen Freiraum lasse, selbst wenn ihre Beurteilung wegen abgebrochener Haarspitzen mal schlechter ausfallen sollte. Wenn ich dagegen andere Yorkshire auf den Ausstellungen sehe, macht mich das immer ganz traurig. Die armen Tiere werden stundenlang gebürstet und eingesprüht, selbst im Ring darf nicht ein Haar falsch liegen, darum wird die Bürste gleich noch mitgenommen. Zu allem Übel wird die Leine so hoch gehalten, dass der Hund den Kopf nicht mehr bewegen kann. Ob das alles so richtig ist daran habe ich meine Zweifel. Meine bitte ist, lasst doch alle Langhaarrassen auch mit einem etwas kürzer geschnittenem Haar an den Ausstellungen teilnehmen. Pigmentierung, Dichte und Substanz des Haares lassen sich auch in einem etwas kürzeren Zustand  beurteilen. Dann wäre auch das Leben eines Ausstellungshundes mit langem Haar bedeutend angenehmer !

Das ist eine Bitte einer Yorkshire Terrier Züchterin mit einem Herz für Tiere.

 

Elke Paul 

 

©Elke Paul 2003 - 2010